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RT (Fernsehsender)
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RT (bis 2009 Russia Today) ist ein 2005 vom russischen Staat gegrĂźndetes und finanziertes Auslandsfernsehprogramm, das im Internet und per Satellitentranspondern verbreitet wird. Ihm wird gezielte Desinformation und Propaganda vorgeworfen. RT hatte 2012 weltweit etwa 2000 Mitarbeiter, der Hauptsitz befindet sich in Moskau. 2014 wurde mit RT DE ein deutschsprachiges Programmangebot ins Leben gerufen. Am 2. März 2022 trat ein Verbot jeglicher Ăbertragung von RT-Inhalten EU-weit in Kraft, um die âVerbreitung von LĂźgenâ Ăźber den russischen Ăberfall auf die Ukraine zu verhindern.
Die Regierung Biden warf RT am 14. September 2024 vor, sich in die souveränen Angelegenheiten von Ländern auf der ganzen Welt einzumischen. Man wisse inzwischen, dass RT Cyber-Fähigkeiten habe, sich an verdeckten Informations- und Beeinflussungsoperationen beteilige und Hand in Hand mit den russischen Streitkräften arbeite. RT agiere als ein direkter Arm der russischen Regierung.cite-ref-1[1]
Contents
⢠Geschichte
⢠Neuorientierung
⢠Budget
⢠Kritik
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
Zielsetzung und Anfänge
Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gab es einen Verlag dieses Namens, der ab 1938 von London aus sowjetische Propaganda verbreitete.cite-ref-2[2] Damals betrieben Stalin und sein Regime eine Terrorkampagne gegen eine Million Menschen.
Die russische Regierung (2002 bis 2008 und seit 2012 unter Präsident Putin) grĂźndete RT am 6. April 2005 im Zuge einer Medienoffensive zur Verbesserung des Russland-Bildes im Ausland.cite-ref-reporterohnegrenzen-3-0[3]cite-ref-medienosteuropas-4-0[4]cite-ref-spinningrussia-5-0[5] Beraten wurde die Leiterin Margarita Simonjan von britischen Medienexperten, mit dem Ziel, die Sendungen nach dem Modell von CNN und BBC zu gestalten.cite-ref-rutenberg-6-0[6] RT will laut eigener Aussage die ârussische Sichtweiseâ auf das internationale Geschehen darstellen und ein Gegengewicht zu âwestlichen Medienâ sein.cite-ref-0-7-0[7] Kritiker betrachten den Sender als Auslands-Propagandakanal der russischen Regierung.cite-ref-0-7-1[7]cite-ref-reporterohnegrenzen-3-1[3] Putin sagte 2013 rĂźckblickend zu den Motiven der GrĂźndung von RT zu Margarita Simonjan: âAls wir im Jahre 2005 dieses Projekt entwickelten, wollten wir einen neuen starken Akteur auf Weltebene einfĂźhren, einen Player, der nicht nur eine unvoreingenommene Sichtweise der Geschehnisse in Russland bieten wĂźrde, sondern auch [âŚ] versuchen wĂźrde, das angelsächsische Monopol Ăźber den globalen Informationsfluss zu brechen. Und es scheint mir, dass euch das gelingt.âcite-ref-8[8]
Die Idee eines neuen Auslandsfernsehsenders wird dem damaligen Minister fĂźr Kommunikation und Medien, Michail Lessin, und Putins damaligem Pressesprecher Alexei Gromow zugeschrieben, die beide ein âverzerrtes und voreingenommenes Russlandbildâ ausländischer Journalisten beklagten,cite-ref-9[9] aber erst mit der Regierung Putin die MĂśglichkeit der Verwirklichung ihres Plans sahen.cite-ref-rutenberg-6-1[6] Lessin sagte, es sei wichtig, Russlands Bären-Image aufzupolieren.cite-ref-10[10] Er schrecke nicht vor dem Wort âPropagandaâ zurĂźck; es sei erforderlich, fĂźr Russland international zu werben, um nicht auszusehen âwie Bären, die brĂźllend umherschweifenâ.cite-ref-11[11]
Mit Hilfe der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti wurde am 6. April 2005 die staatliche Dachorganisation âTV-Novostiâ gegrĂźndet, zu der Russia Today gehĂśrt.cite-ref-12[12] Zu Beginn sagte die Direktorin von RIA Novosti Svetlana Mironyuk: âLeider wird Russland auf der Ebene des Massenbewusstseins im Westen nur mit drei Worten assoziiert: Kommunismus, Schnee und Armut. (âŚ) wir wĂźrden gerne ein vollständigeres Bild des Lebens in unserem Land vermitteln.âcite-ref-13[13] Russia Today ging nach dreimonatiger Probephase am 10. Dezember 2005 in englischer Sprache auf Sendung.cite-ref-medienosteuropas-4-1[4]cite-ref-14[14] Zum Sendebeginn beschäftigte der Kanal 300 Journalisten, unter ihnen etwa 70 ausländische Mitarbeiter.cite-ref-spinningrussia-5-1[5] Zur Chefredakteurin wurde die damals 25-jährige Journalistin Margarita Simonjan ernannt. Sie hatte zuvor als Reporterin des Staatssenders Rossija 1 gearbeitet und gehĂśrte 2011 zu Putins Wahlkampfteam.cite-ref-15[15] Nach seiner GrĂźndung 2005 sendete RT vor allem positive Nachrichten Ăźber Russland. In den ersten vier Jahren wurden Ereignisse und Personen aus der russischen und sowjetischen Geschichte in einem positiven Licht dargestellt; 2007 zeigte der Sender etwa Josef Stalin mit einer Feder in der Hand und beschrieb ihn als Autor romantischer Gedichte.cite-ref-spiegel-54002224-16-0[16]
Neuorientierung
RT erregte im Jahr 2008 weltweite Aufmerksamkeit fĂźr seine Berichterstattung Ăźber den Ossetienkrieg,cite-ref-rowland-17-0[17]cite-ref-weigel-18-0[18] weil es behauptete, Georgien wäre der Aggressorcite-ref-weigel-18-1[18] und die separatistischen Regierungen von SĂźdossetien und Abchasien wĂźrden von russischen Truppen beschĂźtzt.cite-ref-19[19] Margarita Simonjan behauptete, RT sei das einzige englischsprachige Medium, das die andere Seite der Geschichte darstellte â die sĂźdossetische.cite-ref-rowland-17-1[17]
Nach dem Kaukasuskrieg 2008 änderte RT seine Vorgehensweise grundlegend: Der Schwerpunkt lag nun nicht mehr auf der Darstellung Russlands in der Welt, die in einer Inhaltsanalyse der BBC als unauffällig beurteilt wurde,cite-ref-rutenberg-6-2[6] sondern in der Vertretung der AuĂenpolitik Russlands gegenĂźber der Berichterstattung anderer Länder und die Kritik der Politik dieser Länder. Simonjan behauptete, die russische Sicht auf den Krieg wäre in der internationalen Berichterstattung zu kurz gekommen.cite-ref-reporterohnegrenzen-3-2[3] Die Thematik wechselte vom Positiven aus Russland zu negativen Nachrichten Ăźber das Ausland;cite-ref-herpen72-20-0[20] die Strategie von der vorherigen positiven Soft-Power zu einer âraschen, andauernden und repetitiven Propagandaâ, die keinen Anspruch auf Konsistenz habe. Sie âunterhalte, sie verwirre und sie Ăźberwältige die Zuschauerâ, so die Autoren der RAND Corporation im Jahr 2016.cite-ref-21[21] Schon 2008 waren âFake-Newsâ laut NZZ eine der âerkennbaren redaktionellen Strategien des Sendersâ.cite-ref-langerarm-22-0[22] Nun wurde vorrangig Ăźber Proteste, Konflikte und soziale Missstände aus Westeuropa und den USA berichtet.cite-ref-herpen72-20-1[20]cite-ref-vsalzen-23-0[23] Berichterstattung Ăźber Russland kommt kaum vor.cite-ref-russiabarely-24-0[24] Dabei âprangert RT die DoppelzĂźngigkeit westlicher Politik an und stellt deren Werte in Frageâ, so Reporter ohne Grenzen.cite-ref-reporterohnegrenzen-3-3[3] Bei der Neuorientierung griff Simonjan erneut auf die Hilfe des Werbeexperten McCann zurĂźck, von dem auch der neue Werbeslogan stammte: Question more (Stelle mehr Fragen, stelle mehr in Frage).cite-ref-rutenberg-6-3[6] Der Sender suche sich gezielt Themen auch vom rechten Spektrum aus, die den Mainstream und die Europäische Union schwächen, so der Russland-Experte Stefan Meister von der Gesellschaft fĂźr Auswärtige Politik.cite-ref-25[25]
Während der Wirtschaftskrise 2008 beschloss die russische Regierung unter Ministerpräsident Wladimir Putin, TV-Novosti auf ihre Liste von Kernorganisationen mit strategischer Bedeutung zu setzen.cite-ref-26[26]cite-ref-27[27] Im Zuge dieser Entwicklung und um in den Vereinigten Staaten ein grĂśĂeres Publikum zu erreichen, strich RT das Wort Russland aus dem Namen.cite-ref-vsalzen-23-1[23] Der seit dem Start 2005 verwendete Name âRussia Todayâ wurde 2009 durch das KĂźrzel âRTâ ersetzt, das in der Folge als Logo in sämtliche Sprachversionen Ăźbernommen wurde. Simonjan bestritt, dass mit der Namensänderung der russische Hintergrund verborgen werden sollte; die Ănderung des Logos sollte mehr Zuschauer anziehen, die nicht nur den ganzen Tag Nachrichten Ăźber Russland sehen wollten.cite-ref-twickel-28-0[28] Im Mai 2013 Ăźbernahm der frĂźhere CNN-Talkmaster Larry King eine Talkshow auf RT.
Simonjan bezeichnete 2013 den Sender als âVerteidigungsministeriumâ des Kremls. Ein Auslandssender sei ihrer Ansicht nach in Friedenszeiten ânicht unbedingt nĂśtig. Aber im Krieg kann er entscheidend sein. Eine Armee grĂźndet man ja auch nicht erst eine Woche vor Kriegsbeginnâ, so Simonjan.cite-ref-reporterohnegrenzen-3-4[3] Russia Today solle als Verstärker der Selbstzweifel der Europäer und Amerikaner wirken, so Benjamin Bidder 2013.cite-ref-osteuropa120014-29-0[29] Laut NZZ wurden die fĂźr RT arbeitenden Journalisten schon 2010 auf unbedingte Kreml-Loyalität geprĂźft.cite-ref-30[30]
Betriebseinstellungen und Ausstrahlungsverbote
| Kanal | Sendestart | Sendestopp | Sprache |
|---|---|---|---|
| RT International | Dez. 2005 | | Englisch |
| Rusiya Al-Yaum | Mai 2007 | | Arabisch |
| RT Actualidad | Dez. 2009 | | Spanisch |
| RT America | Feb. 2010 | März 2022 | Englisch |
| RT Documentary | Juni 2011 | | Russisch und Englisch |
| RT UK | Okt. 2014 | März 2022 | Englisch |
| RT Françe | 2017 | März 2022 | FranzÜsisch |
| RT Deutsch (Webportal mit Informationssendung) | Nov. 2014 | | Deutsch |
Im Jahr 2007 kamen eine arabische (Rusiya Al-Yaum) und 2009 eine spanische Programmversion (RT Actualidad) hinzu. Die 2007 initiierte arabische Version trug ursprĂźnglich den Namen RĹŤsiyÄ al-Yaum (ŘąŮŘłŮا اŮŮŮŮ
, arabisch fĂźr âRussland heuteâ)cite-ref-twickel-28-1[28] und verwendet die englische Bezeichnung âRT Arabicâ. Der spanische Programmname war von Anfang an nicht eindeutig russlandbezogen, hier startete der Sender 2009 unter dem Namen âRT Noticiasâ (Spanisch fĂźr âRT Nachrichtenâ) und heiĂt âRT en EspaĂąolâ (âRT auf Spanischâ). Diese Kanäle senden ein paralleles Programm zur englischsprachigen Version von RT International. Am 23. Juni 2011 ging auch der Kanal RT Đ (das kyrillische Đ entspricht dem lateinischen D) auf Sendung, der Dokumentationen und Reportagen Ăźber Russland und globale Themengebiete in russischer und englischer Sprache ausstrahlt und ein Themenspektrum bietet, das Kultur, Technologie, Kunst, Geschichte, Extremsport und Politik umfasst.
Von 2009 bis 2013 stellte RT einen Teil seiner Inhalte kostenlos fremden Sendern zur VerfĂźgung und ermunterte internationale Medien, diese Inhalte in ihr Programm zu integrieren. Auf der RT-Website konnten Filmaufnahmen fĂźr Eigenproduktionen, fertig produziertes Material, Meinungen von Experten und RT-Korrespondenten Ăźbersetzt in Englisch, Arabisch, Spanisch und Russisch heruntergeladen werden.cite-ref-reporterohnegrenzen-3-5[3] 2012 engagierte der Sender 100 neue Mitarbeiter und grĂźndete die Nachrichtenagentur Ruptly mit Sitz in Berlin, die Videos und Liveberichte von aktuellen Ereignissen zu besonders gĂźnstigen Preisen zum Kauf anbietet.cite-ref-reporterohnegrenzen-3-6[3]cite-ref-31[31]cite-ref-32[32] Etwa ein Jahr nach der GrĂźndung von Ruptly wurde das Gratis-Angebot fĂźr den Bezug von Inhalten durch andere Sender eingestellt.
Am 2. März 2022 trat das Verbot jeglicher Ăbertragung von RT-Inhalten EU-weit in Kraft, um die âVerbreitung von LĂźgenâ Ăźber den russischen Ăberfall auf die Ukraine zu verhindern.cite-ref-33[33]cite-ref-34[34]
RT America (eingestellt)
Das US-Justizministerium wies am 13. November 2017 auf den Foreign Agents Registration Act (FARA) hin (âAmericans have a right to know who is acting in the United States to influence the U.S. government or public on behalf of foreign principalsâ). Unternehmen fremder Mächte mĂźssen sich in den USA als âforeign agent(s)â registrieren lassen.cite-ref-36[36]cite-ref-37[37] Die BehĂśrde nannte nach zwei Monaten den definitiven Termin, worauf RT erklärte, sich per 13. November zu fĂźgen.cite-ref-38[38]cite-ref-39[39] Seit dem 1. April 2018 war RT in Washington nicht mehr per Kabelfernsehen zu empfangen.cite-ref-40[40] Am 3. März 2022 entlieĂ RT alle Mitarbeiter und stellte die Produktion ein.cite-ref-41[41]
RT UK (eingestellt)
RT UK war das Russia Today Programm fßr das Vereinigte KÜnigreich. RT hatte Studios im Millbank Tower in London. RT UK produzierte wochentags vier Stunden eigenes Programm und ßbertrug sonst den englischen Dienst von RT International. Im April 2018 leitete die britische Medienaufsicht Ofcom Ermittlungen gegen RT UK wegen Falschdarstellungen im Programm, besonders im Fall des Giftanschlags auf den frßheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal, ein.cite-ref-42[42] Im Juli 2019 verhängte die BehÜrde eine Geldstrafe von 200.000 Pfund gegen Russia Today, da RT nicht objektiv genug ßber verschiedene Themen berichtet habe, neben dem Fall Skripal auch ßber Politik in der Ukraine und den Konflikt in Syrien.cite-ref-43[43]
RT DE (Sendebetrieb innerhalb der EU eingestellt)
â
Hauptartikel
:
RT DE
Das deutschsprachige Internetangebot des Senders startete im November 2014. Während RT DE beispielsweise in der Schweiz empfangbar ist, musste es im Februar 2022 aufgrund fehlender deutscher Sendelizenz seinen Sendebetrieb dort einstellen.cite-ref-1-45-0[45] Stand 2014 hatte der Sender seinen Sitz in einem Fernsehstudio in Berlin-Adlershof. RT DE war vorwiegend ein Internetportal mit Artikeln und Videos. Im Februar 2018 hatte RT DE etwa 578.000 Anhänger, davon die meisten bei Facebook und YouTube, wo der Sender drei eigene Kanäle betrieb. Insbesondere beim Videoangebot sei RT DE unter den russischen Anbietern dominant, die ihre Inhalte in deutscher Sprache verbreiten.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47] Anfang Februar 2022 teilte die Kommission fĂźr Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) mit, dass âVeranstaltung und Verbreitung des Fernsehprogramms RT DEâ in Deutschland untersagt worden sei, da keine medienrechtliche Zulassung vorliege. RT DE musste nach dieser Entscheidung die Ausstrahlung seines Fernsehprogramms Ăźber Live-Stream im Internet, Ăźber die eigene App und Ăźber einen weiteren Eutelsat-Satelliten einstellen.cite-ref-1-45-1[45] Am 6. April 2022 teilte die Medienanstalt Berlin-Brandenburg mit, dass RT DE seine Aktivitäten in Deutschland eingestellt hat.cite-ref-48[48]
RT DE sendete auch nach dem Beginn des russischen Ăberfalls auf die Ukraine (24. Februar 2022) weiter, obwohl die ZAK dies bereits Anfang Februar verboten hatte.cite-ref-49[49]
Verbreitung von RT
Zusammen mit Ruptly (Hauptsitz: Berlin) und Sputnik ist er Teil des Medienunternehmens Rossija Sewodnja (Russland heute). Das jeweilige Programm ist auch Ăźber den Peer-to-peer-Dienst Livestation verfĂźgbar. AuĂerdem werden einzelne Beiträge in einem eigenen Kanal auf YouTube verbreitet, der im Juni 2013 die Marke von 1 Milliarde Zugriffe Ăźberschritt. Politische Videos des Kanals wurden etwa 4 Millionen Mal aufgerufen (ca. 1 % der Gesamtzugriffe). Ein GroĂteil der meistaufgerufenen Clips des Senders beschäftigt sich mit Naturkatastrophen, Unfällen, Verbrechen und Naturereignissen. Unter den fĂźnf meistgesehenen Videos sind Clips Ăźber das TĹhoku-Erdbeben 2011, den Meteor von Tscheljabinsk und einen obdachlosen Amerikaner mit âgoldener Stimmeâ. Laut einem von RIA Nowosti erstellten Dokument, das 2013 der Presse zugespielt wurde, sind die vergleichsweise hohen Abrufzahlen dadurch zu erklären, dass RT nicht-originale Inhalte auf YouTube hochlädt, die andere TV-Kanäle wegen Urheberrechtsbeschränkungen nicht hochladen.cite-ref-50[50]
Programm des Senders
Zum fĂźnfsprachigen Programm gehĂśren Nachrichtenformate, Talkshows, Debatten und Dokumentationen.cite-ref-sz-1296946-51-0[51] Gesendet wird auf Englisch, Arabisch, Spanisch und FranzĂśsisch,cite-ref-rferl-org-02022022-52-0[52] jeweils mit unterschiedlichen Programmen. 2014 wurde mit RT DE ein deutschsprachiges Programmangebot ins Leben gerufen.
Die RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan verglich den Kanal mit dem Verteidigungsministerium und erklärte, dass man einen Informationskrieg fĂźhre, âund zwar gegen die gesamte westliche Weltâ.cite-ref-53[53]cite-ref-54[54]cite-ref-5-55-0[55]cite-ref-4-56-0[56]cite-ref-3-57-0[57] Simonjan beschrieb die Ausrichtung des Senders mit den Worten: âWir verteidigen unser Land, wie die Armeeâ.cite-ref-0-7-2[7] und erklärte mehrmals, dass Russland mittels RT imstande sein muss, einen Informationskrieg fĂźhren zu kĂśnnen. Nachrichten aus internationaler und russischer Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport sowie Dokumentarfilme, Politmagazine (IMHO, In Context, 451 Grad) und die täglich ausgestrahlte politische Talkshow âSpotlight with Al Gurnovâ machen das Programm des Senders aus. Das Programm des englischsprachigen Nachrichtensenders RT besteht aus Segmenten, die zwischenzeitlich durch ProgrammankĂźndigungen unterbrochen werden. Dokumentationen und Talk-Formate werden meist mehrfach ausgestrahlt, häufig auch mehrere Male an einem Tag. Zu jeder vollen Stunde werden halbstĂźndige Nachrichten gesendet.
Gegenwärtige Programme
⢠Renegade Inc. (Ross Ashcroft)cite-ref-58[58]
⢠Interview
⢠SophieCo (Sophie Schewardnadse)cite-ref-59[59]
⢠CrossTalk (Peter Lavelle)cite-ref-60[60]
⢠In the Now (Anissa Naouai)cite-ref-61[61]
⢠Einmal in Russland
FrĂźhere Programme
⢠Off the grid (Jesse Ventura)cite-ref-62[62]
⢠Capital Account (Lauren Lyster) von RT America
⢠Why you should care! (Tim Kirby)
⢠Keiser Report
⢠On Contact (Chris Hedges)
⢠Going Underground (Afshin Rattansi) von RT UK
⢠Americaâs Lawyer (Mike Papantonio)cite-ref-63[63]
⢠Watching the Hawks (Tyrel Ventura, Sean Stone und Tabetha Wallace)cite-ref-64[64]
⢠News Thing (Sam Delaney)
⢠451 Grad (Arthur Buchholz)
⢠Bundespressekonferenz (Florian Warweg)
⢠Redacted Tonight (Lee Camp) von RT America
⢠Breaking the Set (Abby Martin)cite-ref-65[65]
⢠In Context, On the Money (Peter Lavelle)
⢠Sputnik (George Galloway) von RT UK
⢠Spotlight (Alexander Gurnow)
⢠Fasbenders Woche (Thomas Fasbender)
⢠Moscow Out (Martyn Andrews)
⢠Adam vs. the Man (Adam Kokesh)
⢠The Alyona Show (Alyona Minkovski)
⢠The Big Picture (Thom Hartmann) from RT America
⢠The News with Ed Schultz (Ed Schultz)cite-ref-66[66]
⢠Der Fehlende Part (Jasmin Kosubek, Margarita Bityutski) (November 2014 bis zur Einstellung im Juli 2020)
Hybride KriegsfĂźhrung durch verdeckt betriebene Plattform Red
â
Hauptartikel
:
Red (Plattform)
Red war eine seit Anfang 2023 von Berlin aus operierende, englischsprachigecite-ref-2-67-0[67] Seite, die laut Recherchen des Tagesspiegelscite-ref-32-68-0[68] und US-AuĂenministerium verdeckt von RT betrieben wurde und als Nachfolger des vor März 2023 eingestellten Portals Redfish gilt. Sie verĂśffentlichte vor allem antiisraelische Positionen zum Krieg in Israel und Gaza. Im Mai 2025 gab die Plattform ihre AuflĂśsung bekannt. Im Juli verĂśffentlichte das Auswärtige Amt eine Mitteilung, der zufolge die Hintermänner der Plattform mit Sanktionen belegt worden seien.cite-ref-69[69]
Interviewpartner bzw. Gäste
Laut Jesse Zwick lädt RT Experten und Journalisten als Gäste ein, damit sie ausfĂźhrlich Ăźber Themen sprechen, die von grĂśĂeren Nachrichtenmedien ignoriert werden; häufig sind das linksliberale Wissenschaftler, Intellektuelle und Autoren von Organisationen wie The Nation, Reason magazine, Human Events, Center for American Progresscite-ref-zwick-70-0[70] und dem Cato Institute, die der AuĂenpolitik und der BĂźrgerrechtspolitik der USA kritisch gegenĂźberstehen.cite-ref-zwick-70-1[70] RT biete auch relativ unbekannten Kommentatoren, Globalisierungsgegnern, Anarchisten und links orientierten Aktivisten ein Forum. Der Journalist Danny Schechter sieht den Hauptgrund fĂźr den Erfolg von RT in den USA darin, dass RT âeine Kraft der Vielfalt sei, die Menschen eine Stimme gebe, die in den traditionellen US-Fernsehsendern kaum gehĂśrt werdenâ.cite-ref-walker-71-0[71] Bekannte Gäste waren Experten wie Jared Bernstein, John Feffer und Lawrence Korb; die Journalisten und Schriftsteller Jacob Sullum, Pepe Escobarcite-ref-zwick-70-2[70] und Brian Doherty,cite-ref-quan-72-0[72] StaatsfĂźhrer einschlieĂlich Ecuadors Präsident Rafael Correacite-ref-quan-72-1[72] und Syriens Präsident Baschar al-Assad.cite-ref-73[73] Nigel Farage, der FĂźhrer der UK Independence Party, erschien zwischen 2010 und 2014 18 Mal bei RT.cite-ref-buzzfeedpsmith-74-0[74]
2010 beschrieb Julia Ioffe RT bei der Auswahl der Gäste und Themen als âprovokativ nur um der Provokation willenâ, wenn es etwa einen russischen Historiker von der baldigen AuflĂśsung der USA sprechen lieĂ, Reden des Präsidenten von Venezuela Hugo ChĂĄvez Ăźbertrug, von der Obdachlosigkeit in den USA berichte und den Vorsitzenden der New Black Panther Party zum Interview lade. Beim Versuch, einen alternativen Standpunkt zu zeigen, sei RT gezwungen, mit randständigen, anstĂśĂigen und oft unbedeutenden Personen zu sprechen. The Economist bemerkte, RT präsentiere neben interessanten, akzeptablen und scharfkantigen Themen auch âwilde VerschwĂśrungstheorienâ, die als verrĂźckt (âkookyâ) gelten kĂśnnten.cite-ref-75[75] 2010 stellte das Southern Poverty Law Center in einem Bericht fest, RT berĂźcksichtige die VerschwĂśrungstheorien der âbirtherâ und der âNew World Orderâ; rechte Aktivisten und Publizisten wie Jim Stachowiak und Jared Taylor hätten dem Sender Interviews gegeben.cite-ref-scherr-76-0[76] Al Jazeera English publizierte einen Artikel, der feststellte, RT habe eine Neigung fĂźr âfor off-beat stories and conspiracy theories.âcite-ref-sousa-77-0[77]cite-ref-sousa-77-1[77] The Algemeiner Journal kritisierte eine mangelnde Sachlichkeit in der RT-Berichterstattung Ăźber den Nahostkonflikt sowie anti-israelische Propaganda.cite-ref-78[78]
Manuel Ochsenreiter, ein Neo-Nazi, erschien mehrfach bei RT.cite-ref-79[79] RT News lud auch Richard B. Spencer ein, der Baschar al-Assad unterstĂźtzt,cite-ref-80[80] oder den Holocaustleugner Ryan Dawson, der als âMenschenrechtsaktivistâ vorgestellt wurde.cite-ref-81[81] Steve Bannon behauptete, er sei wahrscheinlich 100 Mal oder Ăśfter bei RT aufgetreten.cite-ref-stone-gordon-3-20-2017-82-0[82] Stand Februar 2021 sind Interviewpartner aus der deutschen Politik vor allem Politiker von AfD und Die Linke.cite-ref-0-7-3[7]
Budget
Der Sender hatte 2013 ein Budget von umgerechnet etwa 250 Mio. Euro. Das Budget wird aus dem Staatshaushalt der Russischen FĂśderation bezahlt.cite-ref-reporterohnegrenzen-3-7[3] Infolge des Währungsverfalls bei gleichzeitigem RĂźckgang der Ăl- und Gaseinnahmen musste RT schon Anfang 2015 massive KĂźrzungen im Programm vornehmen. Der zweitwichtigste Kanal im Englischen soll so wenig KĂźrzungen wie mĂśglich erleiden mĂźssen; es sei geplant, das Budget der arabischen und spanischen Sender abzuspecken.cite-ref-83[83]
Mediale Wirkung in Deutschland
Der Osteuropa-Historiker Dmitri Stratievski hielt 2016 Russlands Informationsstrategie in Deutschland fĂźr effizient. Die Beiträge von RT und Sputnik wĂźrden im Netz häufig zitiert und auf Facebook geteilt. âSie werden in der Russland- oder FlĂźchtlingsdebatte nicht selten als eine ernsthafte Quelle wahrgenommen, zumindest als eine weitere, die etablierten Medien ergänzende.â Besonders das Appellieren an die russischstämmige BevĂślkerung sei deutlich erfolgreicher, da hier mit dem Effekt einer âStimme aus der Heimatâ gespielt werde.cite-ref-84[84]cite-ref-85[85]
In den Russland-Analysen schrieb die Osteuropa-Historikerin und Politologin Susanne Spahn 2016, Russland intensiviere vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs seine Informationspolitik in Deutschland und anderen EU-Staaten. Russland versuche, das Ukraine-Bild in der Ăffentlichkeit zu beeinflussen und Stereotype Ăźber die Ukraine (z. B. dass die Ukraine kein richtiger Staat sei) zu verbreiten. Die Berichterstattung russischer Staatsmedien zum Ukrainekrieg werde durch âFalschdarstellungen und Geschichtsklitterungâ dominiert, um ein Feindbild zu konstruieren und die russische Intervention zu rechtfertigen. RT als Auslandssender spiele die wichtigste Rolle. Der Sender deute den Ukraine-Konflikt um und stelle Russland als das Opfer, die Ukraine und westliche Staaten hingegen als Aggressoren hin. Nach Daten einer Allensbach-Umfrage stimmte eine Minderheit der Deutschen der russischen Sicht auf den Ukrainekrieg zu.cite-ref-86[86] Im März 2021 äuĂerte Spahn, die âBerichterstattungâ von RT DE âzeichne ein negatives Bild von Deutschland, stifte Verwirrung und Misstrauen â alles mit dem Ziel, die Gesellschaft zu spaltenâ. Es sei âeine [..] Mischung aus wahren und realitätsgetreuen Nachrichten, die aber dann geschickt mit Desinformation verquickt werdenâ. Sie hielt dies fĂźr einen âAngriff auf die Demokratieâ.cite-ref-deutschlandfunk-23032021-87-0[87]
Kritik
RT gilt als ein zentrales Mittel im Kampf um die Ăśffentliche Meinung im Ausland, was anfänglich mit einer Soft-Power-Strategie geschehen sollte, also mit positiver Berichterstattung, die Russland attraktiver machen sollte. FĂźr diese Art von Nachrichten schien sich kaum jemand zu interessieren.cite-ref-88[88] So änderte der Sender laut Sarah Pagung, Russland- und Sicherheitsexpertin von der Deutschen Gesellschaft fĂźr Auswärtige Politik, 2014 seine Strategie und schilderte mehr weltweite Nachrichten aus Sicht des Kreml ohne besonderen Fokus auf Russlandberichterstattung, jedoch weiter als Propagandainstrument des Kreml.cite-ref-f-nfjahre-89-0[89] Im BĂźro der langjährigen Chefredakteurin Margarita Simonjan befindet sich ein gelbes Sondertelefon, das ausschlieĂlich zur verschlĂźsselten Kommunikation direkt mit dem Kreml dient.cite-ref-90[90] Simonjan beschrieb die Ausrichtung des Senders einmal mit den Worten: âWir verteidigen unser Land, wie die Armee.âcite-ref-0-7-4[7] Im Jahr 2012 und 2013 erklärte Simonjan, dass Russland mittels RT imstande sein muss, einen Informationskrieg fĂźhren zu kĂśnnen.cite-ref-5-55-1[55]cite-ref-4-56-1[56]cite-ref-3-57-1[57] RT wird gezielte Desinformationcite-ref-streit-91-0[91] wie die Verbreitung von VerschwĂśrungstheoriencite-ref-scherr-76-1[76] vorgeworfen.cite-ref-92[92]
Pascal Bonnamour, der Leiter der europäischen Abteilung von Reporter ohne Grenzen, bezeichnete den Sender 2005 kurze Zeit nach seiner GrĂźndung als einen weiteren Schritt des Staates, Informationen zu kontrollieren.cite-ref-93[93] FĂźr Martin Emmer, Direktor des Publizistikinstituts der Freien Universität Berlin, ist RT im Gegensatz zu Ăśffentlich-rechtlichen Auslandssendern wie der Deutschen Welle âeindeutig [ein] Kommunikationskanal der russischen Regierungâ und âfunktioniert nach den Regeln politischer PR.â, deren Grundmuster ânicht die LĂźge, sondern die extreme Selektion der Nachrichtenâ sei. Dass der Sender im Sinne Russlands agitiert, wird von der Moskauer RT-Zentrale dabei nicht einmal verheimlicht: Chefredakteurin Margarita Simonjan gab offen zu, dass RT die Stimmung im Westen nicht kurzfristig beeinflussen, sondern vielmehr eine alternative Ăffentlichkeit schaffen wolle. Das Budget fĂźr RT lag 2014 bereits bei rund 220 Millionen Euro. FĂźr das Folgejahr war eine Aufstockung um ein Drittel vorgesehen.cite-ref-94[94] Der damalige US-AuĂenminister John Kerry äuĂerte 2014 Ăźber den Sender: âRussia Today wurde eingerichtet, um die Politik von Präsident Putin zu propagieren [âŚ]âcite-ref-95[95] Wladimir Putin äuĂerte dazu in einem Interview, da RT von der Regierung finanziert wĂźrde, kĂśnne der Sender natĂźrlich nur die offizielle russische Position widerspiegeln. Der Sender habe aber nie die Rechtfertigung der politischen Linie Russlands beabsichtigt, weder im Inland noch im Ausland.cite-ref-96[96] Der franzĂśsische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete 2017 RT als Propagandasender.cite-ref-97[97]
Der Medien-Redaktor der NZZ beschrieb 2018, wie RT als Vertreter eines autoritären Regimes Berufsregeln nicht beachte und sich trotzdem auf eine âformale Gleichheitâ berufe. Demokratien mĂźssten solche Staatsmedien trotz dieser klaren inhaltlichen und strukturellen Unterschiede âertragenâ, um die eigene Medienfreiheit zu erhalten.cite-ref-98[98] FĂźr die SWR-Dokumentation Die geheimen Meinungsmacher â Wie wir im Wahlkampf manipuliert werden wurde ein auf dem Twitterkanal der russischen Botschaft verĂśffentlichter Werbeclip fĂźr den zukĂźnftigen Fernsehkanal von RT DE analysiert. Beim Zusammensetzen von Textausschnitten aus mehreren sehr schnellen Schnittfolgen ergab sich folgender Gesamttext: âRussia Today in Deutschland â Das neue WettrĂźsten â Die Stimme des Kremls in Deutschland â Die Corona-Krise nutzen, um die EU zu destabilisierenâ.cite-ref-99[99]
Propaganda fĂźr die russische Regierung
RT wird von Wissenschaftlern als Sprachrohr des Kreml bewertet.cite-ref-reporterohnegrenzen-3-8[3]cite-ref-100[100] Peter Pomerantsev sieht den Satz âEs gibt keinen objektiven Journalismusâ, den ein leitender Redakteur ihm gegenĂźber äuĂerte, als Euphemismus dafĂźr, dass der Kreml die vollkommene Kontrolle Ăźber die Wahrheit bei RT besitzt.cite-ref-allesistwahr67-101-0[101] Dem US-AuĂenministerium zufolge operiere RT als ein âdirekter Arm der russischen Regierungâ.cite-ref-102[102]
In einer Untersuchung des Russian Analytical Digest von 2015 zum âInformationskriegâcite-ref-103[103] ermittelte ein Forscherteam der George Washington University, welche Propagandatechniken RT auf YouTube-Kanälen in den verschiedenen Sprachversionen anwendet, um seine Ziele zu erreichen:
⢠Fokussierte Botschaften (focused messaging): Jedes Landes-Publikum wird differenziert und flexibel mit einer bestimmten Mischung von politischen und nicht-politischen Themen auf Aspekte seines Landes angesprochen, um Glaubwßrdigkeit und Vertrauen zu gewinnen (credibility). Beispielsweise biete RT in den USA eher alternativen linksliberalen Meinungen eine Plattform, in Europa eher Meinungen vom rechten Rand.cite-ref-104[104]cite-ref-105[105]cite-ref-106[106]
⢠Die Sendungen folgen den Themen des Ăźblichen Nachrichtenprogramms, machen dabei aber die russische Perspektive in Form einer âalternativen zweiten Meinungâ deutlich.
⢠Themen von allgemeinem Interesse teils schockierender Art und Technologiethemen ohne regionalen Bezug werden dargestellt, um die Aufmerksamkeit von Zuschauern zu wecken und sie später auf die politischen Themen zu lenken (siehe auch Human-Interest-Themen und Clickbaiting).
⢠Inhaltlich greift RT die Kriterien auf, die westliche Länder bei ihrer Kritik an Russland verwenden: Demokratie, Freiheit, Transparenz, Gerechtigkeit und Effizienz. Auf diese Weise sollen Zweifel am westlichen âNarrativâ geweckt werden, inwiefern die Standards auch selbst erfĂźllt werden (siehe auch Tu quoque und Argumentum ad hominem).
⢠Eine der als typisch kritisierten propagandistischen Taktiken RTs ist die Vermeidung eines strittigen Punktes durch GegenvorwĂźrfe und Vergleiche und die Behauptung doppelter Standards (vgl. Whataboutismus):cite-ref-107[107] Zweifel an der Parlamentswahl in Russland 2011 konterte RT mit Hinweisen auf die umstrittene Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2000; auch berichtete RT ausfĂźhrlich Ăźber amerikanische Polizeieinsätze im Zusammenhang mit Occupy-Wall-Street-Aktionen und stellte ihnen eine vom Kreml genehmigte GroĂdemonstration gegenĂźber, was einen fĂźr Russland vorteilhaften Vergleich darstellen sollte, so der Russland-Wissenschaftler Stephen Cohen.cite-ref-zwick-zitat-108-0[108]
Als eine weitere Methode wurde unter anderem von der The New York Times die Desinformation bezeichnet, um mit einer Flut von Alternativdeutungen die offiziellen Nachrichten zu unterminieren und eine Art von âpolitischer Paralyseâ zu fĂśrdern, wie etwa beim Abschuss der Malaysia-Maschine Ăźber der Ukraine.cite-ref-109[109] Während The New York Times in Fake News ein weiteres wirkungsvolles Mittel von RT-Propaganda sieht,cite-ref-110[110] schreibt Spiegel Online, dass der deutschsprachige RT-Sender (RT DE) keine komplett erfundenen Fake News verbreitet, und ergänzt: âDie Berichterstatter verdrehen Tatsachen, vernachlässigen Fakten und säen so Misstrauen gegenĂźber BehĂśrden, Politikern und klassischen Medien. Ganz bewusst setzen sie sich auch von offensichtlichen VerschwĂśrungserzählungen ab, wie interne Unterlagen zeigen.â Peter Pomerantsev wies darauf hin, ein SchlĂźssel zum Erfolg von RT liege darin, dass es die meisten äuĂeren Merkmale der anderen Programme Ăźbernommen habe, es wirke in der Aufmachung von Musik, Bildern und Sprechern wie jeder andere 24/7-Nachrichtenkanal.cite-ref-111[111] RT bringe auch echte Reportagen, die auch auf einem anderen Kanal laufen kĂśnnten, was es manchmal wie andere Nachrichtenkanäle erscheinen lasse, ergänzte Johan OâSullivan Pomerantsevs Darstellung.cite-ref-112[112] 2019 zählte der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbands (DJV) Frank Ăberall RT zu den âPropagandainstrumenten des Kremlsâ.cite-ref-113[113] Redakteure von RT haben die Anweisung des Senders, die Annexion der Krim nicht als solche zu benennen, sondern den Ausdruck âWiedereingliederungâ zu gebrauchen.cite-ref-0-7-5[7] Bei dem Giftanschlag auf Alexei Nawalny spricht der Sender mit Stand Februar 2021 von einer âmutmaĂlichen Vergiftungâ. Im Zuge der Berichterstattung Ăźber die Vergiftung stellte der Sender Gegenfragen. So sagte ein RT-Redakteur diesbezĂźglich, der Westen habe Fragen zu beantworten, so z. B.: âWer hatte zu dem Patienten nach seiner Landung in Berlin Zugang?â und âIn welchen Händen waren seine Proben?â Des Weiteren lieĂ ein RT-Redakteur Spielraum fĂźr VerschwĂśrungsgedanken, indem er darauf hinwies, dass Nawalny in der Berliner Charite nicht der erste ÂťAuftragspatient mit geopolitischen ImplikationenÂŤ gewesen sei.cite-ref-0-7-6[7]
Antiamerikanismus
Einige deutsche und amerikanische Journalisten bezeichneten RT offen als anti-amerikanischcite-ref-114[114] und anti-westlich.cite-ref-115[115]cite-ref-tagesspiegel-7924162-116-0[116] RT wird als eines von mehreren internationalen Programmen betrachtet, die die âweltweite Medienberichterstattung der USA in Frage stellenâ kĂśnnen.cite-ref-117[117]
2010 forderte Walter Isaacson, Vorsitzender des regierungsamtlichen Broadcasting Board of Governors (das die Voice of America, Radio Free Europe und Radio Free Asia leitet), mehr zu investieren, da âwir uns nicht erlauben kĂśnnen, von unseren Feinden kommunikativ ausgeschaltet (outcommunicated) zu werden.â Dabei verwies er besonders auf Russia Today, Irans Press TV und Chinas China Central Television (CCTV). Später korrigierte er sich und meinte, er habe die Gegner in Afghanistan gemeint, nicht die erwähnten Länder.cite-ref-118[118] 2011 stellte AuĂenministerin Hillary Clinton fest, die USA seien dabei, den âInformationskriegâ zu verlieren, zugunsten von ausländischen Programmen wie RT, Al Jazeera und China Central Television,cite-ref-119[119] die an die Stelle der Stimme Amerikas treten wĂźrden (supplant).cite-ref-120[120]cite-ref-121[121]
Stephen F. Cohen, häufiger Gast bei RT, betonte in Bezug auf die Syrienberichterstattung 2012, âamerikanische Medienâ seien ânicht besser als RTâ, RT sei wie die Kehrseite von CNN, beide seien in ihrer Schwarz-WeiĂ-Darstellung wie das âKlatschen mit einer Handâ.cite-ref-zwick-zitat-108-1[108]
Falschdarstellungen und Einseitigkeit
RTs Darstellung wird auĂerdem insofern kritisiert, als es in seiner BemĂźhung zur Darstellung alternativer Standpunkte gezwungen sei, mit marginalen, anstĂśĂigen und oft irrelevanten Personen zu sprechen, deren Positionen ans Absurde grenzten.cite-ref-122[122] Sarah Pagung kritisiert in dieser Beziehung in einem Interview mit russland.news, dass in den Beiträgen nicht klargestellt werde, dass es sich dabei um Vertreter marginaler Positionen mit wenig RĂźckhalt handele und dass diese Personen bei RT Deutsch auch nicht mit kritischen RĂźckfragen rechnen mĂźssen.cite-ref-f-nfjahre-89-1[89] Hierbei werden laut der russischen Journalistin Julia Dudnik auf Deutsch Positionen dargestellt, die in Russland gegen die Regierungslinie wären, wie etwa Impfgegner.cite-ref-f-nfjahre-89-2[89] Laut Osteuropa-Historikerin Susanne Spahn wurde in der Sendung Der fehlende Part behauptet, es gebe gar keine Pandemie.cite-ref-deutschlandfunk-23032021-87-1[87]
Anlässlich der Rettung von Ortskräften nach dem Vormarsch der Taliban in Afghanistan 2021 verbreitete RT auf seinem Twitter-Profil ein gefälschtes Foto, mit dem suggeriert werden sollte, es seien Terroristen aus Afghanistan ausgeflogen worden.cite-ref-123[123]
Kritik von frĂźheren RT-Journalisten
Im März 2014 kritisierte die seit 2012 angestellte Moderatorin Abby Martin von RT America vor laufender Kamera die Politik Russlands im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.cite-ref-124[124] Sie verurteilte die Besetzung der Krim durch russische Truppen. âIch werde nicht hier sitzen und eine militärische Aggression entschuldigen oder verteidigenâ, sagte Martin.cite-ref-125[125] Martin fĂźhrte ihre Arbeit fĂźr RT bis Februar 2015 fort, um sich danach bei Telesur dem Investigativjournalismus zu widmen. Bei ihrem Ausscheiden äuĂerte sie, sie sei RT âewig dankbarâ fĂźr die gegebenen MĂśglichkeiten. Sie habe nie mit der Art der UnterstĂźtzung fĂźr ihre Sendung âBreaking the Setâ gerechnet, die beweise, wie viele Menschen hungrig nach ungeschminkter Wahrheit (raw truth) und Systemwandel seien.cite-ref-126[126]
Einen Tag nach Martins Kritik sorgte die seit 2011 fĂźr RT tätige Moderatorin Liz Wahl fĂźr Aufmerksamkeit in den internationalen Medien, weil sie vor laufender Kamera ihren Job bei RT America kĂźndigte. Sie begrĂźndete diesen Schritt in nachfolgenden Interviews mit der nach ihrer Meinung zu einseitigen Berichterstattung des Senders im Zuge des Ukraine-Kriegs. Sie sagte, der Sender wĂźrde die Taten Putins beschĂśnigen, in einem späteren Interview sagte sie, RT verbreite pure Propaganda. Der Sender warf ihr vor, ihre Kritik in einer Sendung und nicht in einem persĂśnlichen Gespräch geäuĂert zu haben, um sich auf diese Weise zu vermarkten.cite-ref-127[127]
Im Juli 2014 kĂźndigte auch die seit 2009 beschäftigte London- und Moskaukorrespondentin Sara Firth vom britischen RT-Ableger aus Protest gegen die Berichterstattung des Senders Ăźber den Absturz von Malaysia-Airlines-Flug 17. Sie bezeichnete die RT-Berichte Ăźber den Absturz und die Schuldzuweisungen an die Ukraine als âvĂśllig an den Fakten vorbeiâ. âIch konnte nicht mehr. Jeden Tag lĂźgen wir und entwickeln dafĂźr immer verfĂźhrerischere Methodenâ, so Firth.cite-ref-128[128] RT begrĂźndete Firths KĂźndigung damit, dass sie ein anderes Verständnis von Wahrheit habe als der Sender, da sie sich nicht auf Berichterstattung vor Ort stĂźtze, sondern auf Zeitungsmeldungen.cite-ref-129[129]
Im April 2015 wurde die Kritik der langjährigen RT-Reporterin Lea Frings an der Arbeit von RT Deutsch erstmals publik.cite-ref-130[130] Im Februar 2016 gab Frings, die aus der Mahnwachen-Bewegung kommt, dem Medienmagazin Zapp ein Interview, in dem sie Ăźber Manipulation und einseitige Berichterstattung bei RT sprach.cite-ref-131[131] Der Sender habe sich fĂźr ein bestimmtes Publikum entschieden. RT Deutsch bediene âeher rechte Kreiseâ und âbestätigt und reproduziert VerschwĂśrungstheoretikerâ. Auf die Frage, ob dort journalistisch gearbeitet werde, sagte sie: âIch sehe Beiträge, wo verschiedene journalistische Kriterien nicht erfĂźllt werden.â Dies gelte in Bezug auf die unkommentierten Wortmeldungen der Studiogäste. In vielen Beiträgen werde âschlichtweg das Weltbild der VerschwĂśrungstheorie transportiertâ.cite-ref-132[132]
Malaysia-Airlines-Flug 17
RT wird spätestens seit 2010 verdächtigt, VerschwĂśrungstheoretikern unterschiedlicher Art eine Plattform zu bieten.cite-ref-langerarm-22-1[22]cite-ref-133[133] Nach dem Abschuss des Malaysia-Airlines-Flugs 17 durch eine Boden-Luft-Rakete aus russischer Herstellung verbreitete der spanische Ableger von Russia Today, Actualidad RT, Falschmeldungen, das Flugzeug sei von ukrainischen Kampfjets abgeschossen worden. Russia Today stĂźtzte sich dabei auf Aussagen eines Mannes, den der Sender in Interviews als einen am Kiewer Flughafen arbeitenden spanischen Fluglotsen namens âCarlosâ vorstellte. Die Behauptungen von âCarlosâ stieĂen bei russischen Oppositionellen und auch teilweise bei kremlfreundlichen Medien auf Skepsis, und Recherchen internationaler Medien bestätigten, dass am Kiewer Flughafen zum Abschusszeitpunkt kein spanischer Fluglotse tätig war. Dennoch griffen Präsident Putin, hohe Funktionäre des Verteidigungsministeriums sowie das Amtsblatt der russischen Regierung die Behauptungen des Mannes auf. Später stellte sich heraus, dass die Person hinter âCarlosâ ein vorbestrafter, in Spanien per europäischem Haftbefehl gesuchter und später in Rumänien gefasster BetrĂźger ist, der kein Fluglotse ist und nie an einem ukrainischen Flughafen gearbeitet hat. Der Mann behauptete später, dass er von Russia Today und anderen russischen Quellen insgesamt 48.000 Euro erhalten hatte fĂźr seine Rolle als âCarlos, der spanische Fluglotseâ.cite-ref-134[134]cite-ref-135[135]
Question More
2010 entwickelte RT im Zusammenhang mit seinem neuen Slogan âquestion moreâ eine hochkontroverse Werbekampagne. Eine der groĂflächigen Anzeigen zeigte Barack Obama, dessen Bild mit dem des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad verschmolz, und stellte die Frage: âWer stellt das grĂśĂere Risiko eines Atomkriegs dar?â Die Anzeige wurde auf US-amerikanischen Flughäfen verboten. Ein anderes Bild zeigte einen Soldaten, der mit einem Taliban-Kämpfer verschmolz. Dazu wird die Frage gestellt: âWird Terror nur von Terroristen ausgeĂźbt?âcite-ref-burrell-136-0[136]
Julian Assange
RT bot Julian Assange 2012 eine mediale Plattform.cite-ref-137[137] Er startete seine 12-teilige Talkshowserie The World Tomorrow. In der Sendung, Ăźber die er âvolle Kontrolleâ habe, wollte sich Assange âzum Sprachrohr von Rebellen und Entrechtetenâ machen, die ihm in den Medien zu kurz kommen.cite-ref-rei-mann-138-0[138] Nach Darstellung von Ole ReiĂmann (Spiegel Online) war schon die erste Sendung mit Hassan Nasrallah an Absurdität kaum zu Ăźbertreffen und habe sich damit nahtlos in das RT-Gesamtprogramm eingereiht.cite-ref-rei-mann-138-1[138] Das Interview fĂźhrte weltweit zu Schlagzeilen, da Nasrallah westlichen Medien selten Interviews gibt.cite-ref-taylor-139-0[139] Kommentatoren beschrieben die Themenwahl des Senders als âcoupâcite-ref-140[140]cite-ref-141[141] oder âscoopâ.cite-ref-adomanis-142-0[142] In den USA wurde die Sendung 2013 auf dem New-York-Festival Worldâs Best TV & Films mit der Silbermedaille ausgezeichnet.cite-ref-143[143] Der Independent nannte RT eine zu Assange passende Plattform fĂźr scharfe Kritik an der amerikanischen Politik. RT habe Assange mehrfach interviewt und ihn gegen die Anschuldigungen aus Schweden verteidigt, die aus Sicht von RT politisch motiviert seien.cite-ref-144[144]
Kaukasuskrieg 2008
Während des Kaukasuskriegs 2008 bezichtigte der Sender den Staat Georgien des VĂślkermordes.cite-ref-allesistwahr67-101-1[101] Julia Ioffe vom Columbia Journalism Review beschrieb RT als ein Werkzeug der russischen Regierung, um angebliche Voreingenommenheiten gegenĂźber Russland in westlichen Medien zu bekämpfen, welches zu einer Verlängerung der auf Konfrontation beruhenden AuĂenpolitik Putins wurde.cite-ref-145[145]
Ukraine und Syrien
Die britische MedienaufssichtsbehĂśrde Ofcom rĂźgte RT UK im September 2015 wegen voreingenommener und im Wesentlichen irrefĂźhrender Berichterstattung Ăźber den Ukraine-Krieg und den BĂźrgerkrieg in Syrien.cite-ref-146[146] In einer beanstandeten Sendung behauptete der Sender, in der Ostukraine wĂźrde ein von der ukrainischen Regierung unterstĂźtzter VĂślkermord stattfinden. In anderen Bericht behauptete RT UK, die BBC habe in ihrer Darstellung einen Chemiewaffenangriff der Assad-Regierung in Syrien inszeniert.cite-ref-147[147] Die BehĂśrde hatte den Sender bereits 2014 wegen mangelnder Objektivität kritisiert.cite-ref-148[148] Nach insgesamt 15 VerstĂśĂen gegen die Fernsehordnung bis April 2018 leitete Ofcom gegen Russia Today UK sieben Untersuchungsverfahren wegen VerstĂśĂen gegen Neutralitätsregeln ein. Die BehĂśrde habe seit dem Giftanschlag auf Sergei Skripal einen erheblichen Anstieg von tendenziĂśsen Sendungen auf RT UK beobachtet. Gegenstand der Untersuchung sind auch angebliche Leserkommentare, die nicht von Lesern stammen.cite-ref-149[149]cite-ref-150[150]
Im Juni 2018 wurde der franzĂśsische Ableger von Russia Today von der franzĂśsischen Medienaufsicht CSA im Zusammenhang mit der Berichterstattung des Senders Ăźber den Syrienkrieg ermahnt. Russia Today hatte in einem Beitrag mit dem Titel âVorgetäuschte Angriffeâ behauptet, dass die Giftgasangriffe von Ghuta mĂśglicherweise nicht stattgefunden hatten und von der Assad-Opposition nur vorgetäuscht wurden. Dabei Ăźberspielte der Sender die Aussagen von Augenzeugen mit Worten, welche von den Personen nicht geäuĂert wurden. Der CSA warf Russia Today Einseitigkeit und einen Mangel an Ehrlichkeit und Sorgfalt vor.cite-ref-151[151]cite-ref-152[152]
George Galloway
Die Berichterstattung von RT darßber, dass der britische Geheimdienst GCHQ angeblich den englischsprachigen Wikipedia-Artikel des Labour-Abweichlers George Galloway zu dessen Nachteil manipuliert habe, betrachtete die Haaretz vor dem Hintergrund, dass Facebook und YouTube zur Kontextualisierung von durch Fake News gefährdeten Themen Wikipedia-Inhalte dazu verlinken. Russische Medien hätten daher ein offensichtliches Interesse daran, die Glaubwßrdigkeit der Online-Enzyklopädie zu untergraben. Auch laut Wikipedia-Grßnder Jimmy Wales gäbe es keinerlei Beleg fßr die angebliche Manipulation. Vielmehr seien laut Haaretz die von Galloway beanstandeten Veränderungen an seinem Artikel Bestandteil der ßblichen und sich selbst ausgleichenden Schreibprozesse der Enzyklopädie.cite-ref-153[153]
US-Präsidentschaftswahlen 2016
Der CIA-Report in seiner freigegebenen Version analysiert im Anhang ausfĂźhrlich die Entwicklung von RT und auch die mĂśgliche Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen 2016 durch RT America. Der Bericht konstatiert, RT America habe schon im Vorfeld der Wahlen seine Ăźbliche kritische Darstellung der USA erweitert und das Wahlsystem als undemokratisch dargestellt, der Einfluss auf den Wahlkampf sei die âletzte Facetteâ ihrer antiamerikanischen Nachrichten, die das Vertrauen der Zuschauer in die demokratischen Prozesse und in die Kritik der USA am russischen politischen System zu unterminieren suchten. RT expandiere auĂerdem aggressiv und mit hĂśchster Priorität in die sozialen Medien hinein, um das Publikum zu vergrĂśĂern und mĂśgliche Regulierungen des Fernsehprogramms zu umgehen. Die Reichweite und die Zuschauerzahlen von RT schätzte der Bericht sehr hoch ein, gestĂźtzt auf eine Untersuchung zu GroĂbritannien und Aussagen von RT selbst (Margarita Simonjan). Im Bericht werden RT/RT America in einer Tabelle zum FuĂabdruck bei den sozialen Medien (social media footprint) hinsichtlich Zuschauerzahlen und Abonnenten von YouTube-Sendungen im Vergleich zu CNN/CNN international, Al Jazeera und BBC World Spitzenwerte zugewiesen.cite-ref-154[154]
Literatur (Auswahl)
⢠Maxime Audinet: Russia today (RT): Un mĂŠdia d'influence au service de l'Ătat russe (= MĂŠdias et humanitĂŠs). INA, Bry-sur-Marne 2021, ISBN 978-2-86938-286-2 (franzĂśsisch, Dissertation/Thèse de doctorat : Science politique : Paris 10 : 2020).
⢠Benedikt Strunz: Globale Agenda: die Nachrichtengeographie internationaler Nachrichtensender (= Vergleichende Analyse politischer Systeme. Nr. 4). Nomos, Baden-Baden 2014, ISBN 978-3-8452-5162-2, doi:10.5771/9783845251622 (nomos-elibrary.de [abgerufen am 2. Juni 2024] Zugl.: Freiburg (Breisgau), Univ., Diss., 2013; die Nachrichten von Al-Jazeera English, BBC World News, CNN International, France 24 und Russia Today ßber einen Zeitraum von zwei Wochen im Vergleich).
Weblinks
Commons
: Russia Today
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Literatur von und ßber RT im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Die Website von RT wird wegen der Verordnung (EU) 2022/350 vom 1. März 2022 nicht verlinkt. Siehe auch Sperrung russischer Nachrichtenportale (2022).
⢠Sammlung von RT-Desinformationen in der EUvsDisinfo-Datenbank der East StratCom Task Force
Einzelnachweise
cite-note-22. â âRussia Today Society (London, England)â, LCAuth n86807341, abgerufen am 15. April 2023.
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cite-note-medienosteuropas-44. â Marc Stegherr, Kerstin Liesem: Die Medien in Osteuropa: Mediensysteme im Transformationsprozess. VS Verlag fĂźr Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-92487-8, S. 331 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
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cite-note-0-77. â Maik Baumgärtner, Roman HĂśfner, Ann-Katrin MĂźller: So arbeitet Putins Propagandasender. In: Der Spiegel. Nr. 9, 2021 (So arbeitet Putins Propagandasender [abgerufen am 4. Februar 2022]). (Volltext hinter Paywall)
cite-note-88. â Max Fisher: In case you werenât clear on Russia Todayâs relationship to Moscow, Putin clears it up. In: The Washington Post. 13. Juni 2013, abgerufen am 22. April 2019 (englisch): âWhen we designed this project back in 2005 we intended introducing another strong player on the worldâs scene, a player that wouldnât just provide an unbiased coverage of the events in Russia but also ⌠try to break the Anglo-Saxon monopoly on the global information streams. And it seems to me that youâre succeeding in this job.â
cite-note-99. â Robert Parsons: Russia: New State Channel Goes Global In English. In: rferl.org. 16. September 2005, abgerufen am 22. April 2019 (englisch): âRussia Today is the brainchild of former Information Minister Mikhail Lesin and Putinâs press spokesman, Aleksei Gromov. They say theyâve grown tired of watching foreign journalists present a distorted and biased portrayal of Russia to the outside world. Russia Today will attempt to set the record straight.â
cite-note-1111. â Rundfunk: Propaganda mit Stalin. In: Der Spiegel. Nr. 47, 2007 (online). âIch schrecke schon lange nicht mehr vor dem Wort Propaganda zurĂźckâ, sagte er. âWir mĂźssen international fĂźr Russland werben. Sonst sehen wir aus wie Bären, die brĂźllend umherschweifen.â
cite-note-1212. â Danila Schepowalnikow: ТОŃка СŃĐľĐ˝Đ¸Ń / ХонŃŃĐąŃŃ 2012 â ĐŃŃгОо ŃоНовидонио. Interview mit dem GeschäftsfĂźhrer von TV-Novosti, Alexei Nikolow. In: comnews.ru. 19. September 2012, abgerufen am 22. März 2023 (russisch).
cite-note-1313. â Philip Seib: The Al Jazeera Effect: How the New Global Media Are Reshaping World Politics. Potomac Books, 2011, ISBN 978-1-61234-002-9 (hier in der Google-Buchsuche [abgerufen am 23. April 2019]): âUnfortunately, at the level of the mass consciousness in the West, Russia is associated with three words: âcommunismâ, âsnowâ, and âpovertyâ. We would like to present a more complete picture of life in our country.â
cite-note-1414. â Marcel H. Van Herpen: Putinâs Propaganda Machine: Soft Power and Russian Foreign Policy. Rowman & Littlefield, Lanham 2015, ISBN 978-1-4422-5362-9, S. 71 in der Google-Buchsuche.
cite-note-1515. â Katja Gloger: Putins Welt: Das neue Russland, die Ukraine und der Westen. Berlin Verlag, MĂźnchen 2015, ISBN 978-3-8270-7854-4, S. 91 f. in der Google-Buchsuche
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cite-note-f-nfjahre-8989. â RT deutsch: 5 Jahre â fantastisch oder furchtbar. russland.news, 1. Dezember 2019.
cite-note-streit-9191. â Medien-Streit zwischen Deutschland und Russland. Thielko GrieĂ im Gespräch mit Annika Schneider. In: Deutschlandfunk. 17. März 2021, abgerufen am 18. März 2021.
cite-note-9292. â Sabine Sasse: Unabhängigkeit sieht anders aus â Putins Posaunen. In: Der Tagesspiegel, 15. April 2013, abgerufen am 8. April 2022.
cite-note-9393. â Nikita Prokunin, Andrey Kozenko: Reporters Without Borders Donât Fancy Russia Today. In: Kommensant, 21. Oktober 2005.
cite-note-9494. â Andreas Macho: Russia Today: Der Propaganda-Sender des Kremls in Deutschland. In: Handelsblatt, 21. November 2014.
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cite-note-107107. â Kremlin TV Loves Anti-War ProtestsâUnless Russia Is the One Waging War. In: The New Republic, 2. März 2014: âIt has even created an institution that is dedicated solely to the task of whataboutism. Itâs called Russia Today.â
cite-note-zwick-zitat-108108. â â⌠in striving to bring the West an alternate point of view, [RT] is forced to talk to marginal, offensive, and often irrelevant figures who can take positions bordering on the absurd. [âŚ] âIâm highly suspicious about the narrative Iâm getting on CNN,â he says. âIt seems to be the flip side of RT. Itâs too black and white, too virtuous and simple. Each side sounds like one hand clapping.â RT might have a hard Kremlin slant, but Cohen argues that âany intelligent viewer can sort this out. I doubt that many idiots find their way to RT. First, you have to pay a lot for cable, and then you have to get way up in the numbers to find it.ââ Jesse Zwick: Pravda Lite â The New Republic, 14. März 2012
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cite-note-111111. â Peter Pomerantsev: Nothing is True and Everything is Possible: Adventures in Modern Russia. Faber & Faber, 2015, ISBN 978-0-571-30803-3 (hier in der Google-Buchsuche [abgerufen am 28. Dezember 2016] keine Seitenangabe in der verlinkten Google-Books-Vorschau des Textes): âRussia Today began to look and sound like any 24/7 news channel: the thumping music before the news flash, the earnest pretty newscasters, the jock-like sports broadcasters.â
cite-note-112112. â Russia Today is Putinâs weapon of mass deception. Will it work in Britain? In: The Spectator. 6. Dezember 2014 (spectator.co.uk [abgerufen am 28. Dezember 2016]): âRT does cover genuine reports about legitimate stories, seriously and without obvious bias, which makes it seem at times like any other news network. Not everything is a façade of lies. But RT is about a great deal more than that â and less.â
cite-note-113113. â Wir geben uns fĂźr Propaganda nicht her. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. April 2019, S. 15.
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cite-note-127127. â TV-Moderatorin kĂźndigt on air wegen Krim-Krise. Zeit Online, 6. März 2014.
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